DGB Bildungswerk Bayern
Wagenknecht: Nationale Sitten und Schicksalsgemeinschaft
Sahra Wagenknecht ist die derzeit prominenteste Politikerin der Partei DIE LINKE. Ihr 2021 erschienenes Buch „Die Selbstgerechten“, in dem sie einen angeblichen linksliberalen Zeitgeist attackiert, wurde ein Bestseller und erhielt viel Zuspruch von konservativer und rechter Seite. Gleichzeitig brachte es ihr ein Parteiausschlussverfahren ein, welches jedoch scheiterte.
Der Band Wagenknecht: Nationale Sitten und Schicksalsgemeinschaft setzt sich kritisch mit Wagenknechts Positionen auseinander und zeigt, wie sie als Brückenbauerin ins neofaschistische Lager wirkt. So hat sie ihren antikapitalistischen Standpunkt eingetauscht gegen einen, der den deutschen Kapitalismus (den sie Marktwirtschaft nennt) unterstützenswert findet, und kultiviert idealistisch-konservatives und reaktionäres Gedankengut (Natürlichkeit sozialer Gesellschaftsformen, Universalität historisch-spezifischer Sachverhalte, Identitätstheorien etc.).
Die Autoren Wolfgang Veiglhuber, Klaus Weber, Michael Wendl und Ernst Wolowicz stellen den Band vor uns diskutieren mit uns.
Termin: Mittwoch, 13.07.2022, 18:00 – 20:00 Uhr
Ort: Eine-Welt-Haus München, Schwanthalerstr. 80, 80336 München
Die Teilnahme ist kostenlos.
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Karl Marx: Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie
Seit der Krise 2008ff. wird vermehrt Kritik am Kapitalismus laut. Dabei überwiegt meist ein undeutliches Verständnis der kapitalistischen Verhältnisse sowie Ressentiments gegen Banken, Management und ‚die da oben‘. Doch Empörung und Anklage Einzelner allein haben die gesellschaftlichen Verhältnisse noch nie zum Besseren verändert, sondern im Gegenteil eher zu Rückschritt und Barbarei geführt. Kritische Untersuchung ökonomischer und politischer Zusammenhänge ist für gesellschaftliche Emanzipation daher unverzichtbar. Die Marx’sche Kritik der politischen Ökonomie wurde zwar im 19. Jahrhundert veröffentlicht, bietet aber nach wie vor eine der gründlichsten Analysen des Kapitalismus.
Mit dem Seminar wird in zentrale Begriffe von Marx eingeführt. Unter anderem interessieren uns folgende Fragen: Was unterscheidet Kapitalismus von früheren Gesellschaftsepochen? Was versteht Marx unter Ware, Wert, Geld und Kapital? Welche Bedeutung haben bei ihm Klasse und Staat?
Das Seminar wendet sich an alle diejenigen, die in eine kollektive Auseinandersetzung mit der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie einsteigen möchten und keine (größeren) Vorkenntnisse haben. Dabei sollen alle Fragen erlaubt sein und Expert:innendebatten vermieden werden.
Valeria Bruschi und Moritz Zeiler. Beide betreuen seit mehreren Jahren Lektürekurse zum Marxschen Kapital. Kürzlich ist der von ihnen herausgegebene Band Das Klima des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse erschienen.
Termin: Samstag, 25.06.2022, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg
Teilnahmebeitrag: 10 Euro (inkl. Mittagsimbiss)
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Das Klima des Kapitals - Kritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse
Der Zwang zur Profitmaximierung untergräbt nach Marx permanent die Quellen allen gesellschaftlichen Reichtums: Natur und Arbeit. Exzessiver Raubbau durch kommerzielle Landwirtschaft, massive Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch die Industrie und rapide ansteigende Erderwärmung infolge enormen Energieverbrauchs haben fatale Folgen für das globale Klima. Ein Green New Deal wird bestenfalls eine Modernisierung des Kapitalismus erzeugen, jedoch keine Lösung der Klimakrise. Produktion, Verteilung und Konsum nach menschlichen Bedürfnissen wie auch ein respektvoller Umgang mit der Natur erfordern daher einen Bruch mit der kapitalistischen Logik.
Marx konnte zwar die aktuelle Klimakrise nicht vorhersehen, aber sein Werk liefert wichtige Inspiration für aktuelle Diskussionen um einen wünschenswerten Stoffwechsel von Mensch und Natur. Wachstumskritik taucht in vielen Diskussionen über gesellschaftlichen Naturverhältnissen auf. Der zugrundeliegende Wachstumsbegriff ist jedoch nicht immer klar definiert. Das Marxsche Kapital liefert eine ökonomische Bestimmung dessen und zeigt die Notwendigkeit von ökonomischem Wachstum im Kapitalismus auf.
Im Vortrag werden die zerstörerischen Konsequenzen dieser Produktionsweise für Natur und Menschen aufgezeigt sowie die Grenzen einiger Ansätze, die für eine Lösung der ökologischen Krisen innerhalb des Kapitalismus plädieren.
Referent:innen: Valeria Bruschi und Moritz Zeiler, Herausgeber:innen des gleichnahmigen Bands Das Klima des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse.
Termin: Freitag, 24.06.2022, 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Eine-Welt-Haus München, Schwanthalerstr. 80, 80336 München
Die Teilnahme ist kostenlos.
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Entdecken: das Münchenprogramm Juli bis Dezember 2022
Ein abwechslungsreiches Angebot an Stadtteilrundgängen, Betriebsbesichtigungen, Vorträgen, Seminaren und Workshops wartet auch im zweiten Halbjahr auf Sie: „Von „Pop, Architektur, München in den 1970ern“ über „Sehenswerte Bahnhöfe der U2 und U1 im Münchner Untergrund“ bis „Klimakrise und Kapitalismus“ und „Wer bin ich? Wer sind wir? Wer sind die anderen?“
Entdecken Sie Geschichte, Gesellschaft und Kultur in München und darüber hinaus!
Über unsere Homepage können Sie sich einfach und schnell per Kurssuche-Funktion anmelden. Anmeldungen sind für unsere und Ihre Planungssicherheit erforderlich.
Das Programmheft im PDF-Format finden Sie hier. Das gedruckte Heft können Sie per E-Mail bestellen, oder Sie holen es sich in der Stadtinformation im Rathaus oder in einer Stadtteilbibliothek ab.
Bitte beachten Sie, dass aus organisatorischen Gründen nicht alle Veranstaltungen in Kooperation mit der MVHS im Programmheft abgedruckt werden konnten. Den jeweils aktuellen Stand unseres Angebots finden Sie auf unserer Homepage.
Diskussionsveranstaltung: Pandemie trifft Klassengesellschaft
Inzwischen sind nach offiziellen Angaben mehr als 130.000 Menschen in Deutschland (Stand 4. April) an der Corona-Pandemie gestorben, einige hunderttausend Menschen dürften an Langzeitfolgen leiden. Aber wir müssen nach vorne schauen und mit dem Virus leben, lautet die Botschaft. Seit die Kapazitäten der Intensivmedizin zum entscheidenden Kriterium erklärt und die Inzidenz abgewertet wurde, gilt das Sterben in geordneten Bahnen als Maßstab für erfolgreiches politisches Handeln.
Manches Versäumnis, von der Schließung der Impfzentren bis zum kostenpflichtigen Testen, wird in den Talkshows thematisiert, aber immer nur als Vorspiel zur Pointe, dass es nichts bringe, über Fehler zu reden, sondern nach vorne geschaut und ohne parteipolitischen Zwist die nationale Kraftanstrengung gemeistert werden müsse. Der Impfstoffmangel in den Armutsregionen dieser Welt spielt sowieso keine Rolle, am Patentschutz wird nicht gerüttelt, gilt es doch, einer deutschen Firma, Biontech, eine überragende Position auf dem Weltmarkt zu sichern.
Die Corona-Pandemie ist keine Naturkatastrophe, sondern menschengemacht, weil die Wahrscheinlichkeit des Überspringens von gefährlichen Viren auf Menschen mit der Abholzung von Wäldern, massenhaftem Wildtierhandel und Massentierhaltung zusammenhängt. Das Virus trifft auch nicht alle gleichermaßen, sondern die ärmeren Teile der Bevölkerung überdurchschnittlich. Sie leben in engen Wohnungen, fahren mit öffentlichen Transportmitteln zur Arbeit oder verlieren ihre Jobs. Sie infizieren sich häufiger und sterben eher. Pandemie trifft Klassengesellschaft.
Es referieren und diskutieren: Thomas Ebermann, Kabarettist und Publizist, und Nadja Rakowitz, Medizinsoziologin, Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää) und im Bündnis Krankenhaus statt Fabrik. Die Moderation übernimmt Julia Killet (Kurt-Eisner-Verein/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern).
Veranstalter:innern: DGB Bildungswerk Bayern, Kurt-Eisner-Verein/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern, Linkes Bündnis gegen Antisemitismus München, Mittwochsdisko Dießen, NaturFreunde Deutschlands-Bezirk München e.V.
Mittwoch, 25.05.2022 ab 19 Uhr in der AIDS-Hilfe München (Studio im Mittelbau), Lindwurmstraße 71 (Nähe U-Bahn Kapuzinerstraße). Die Teilnahme ist kostenlos.
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