DGB Bildungswerk Bayern
Orbáns Regime in der EU
Angesichts der antidemokratischen politischen Entwicklungen in Ungarn gibt es genug Gründe zur Besorgnis für die ganze EU. Haben die Ungarn in den letzten 30 Jahren Demokratie noch nicht erlernt? Wie konnte es dreimal, 2010, 2014 und 2018 zu 2/3-Wahlsiegen der Koalition Fidesz-KDNP kommen? Welche Rolle spielen darin und im Erhalt Orbáns Systems seine Machtkonzentration, das Wahlsystem, die wirtschaftliche Lage und die Wirtschaftspolitik, die fortdauernden Ost-West-Ungleichheiten und die Opposition: Welche Verantwortung kommt dabei der deutschen Politik und der EU zu?
Der Vortrag versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben, und im Hinblick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen im April 2022 einige Thesen zu formulieren.
Eszter Kováts ist Politikwissenschaftlerin und Doktorandin an der Universität ELTE in Budapest. Von 2012 bis Ende 2019 war sie verantwortlich für das ostmitteleuropäische Genderprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung. Derzeit lebt sie in Berlin.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Münchner Volkshochschule im Rahmen von "Arbeit und Leben München".
Die Teilnahme ist kostenlos. Erforderlich ist eine Anmeldung per Mail.
Frauenarbeit als "Sozialkitt" – Geschlechterverhältnisse im Wandel des Kapitalismus
Erwerbstätigkeit scheint heute unabhängig vom Geschlecht zu einem normalen Lebenslauf zu gehören. Doch die Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit folgt nach wie vor einer geschlechtsspezifischen „Demarkationslinie“. Frauen bleiben für Reproduktionsarbeit (in Haus, Erziehung, Pflege) hauptverantwortlich und damit in der Regel ökonomisch abhängig. Arbeit haben oder nicht-haben, aber auch die Art der Arbeit und der Arbeitsvertrag sind nicht nur Ausdruck von mehr oder weniger sozialer Sicherheit, sie sind auch eng mit Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit in unserer Gesellschaft verknüpft. Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich die damit einhergehenden Problematiken in kürzester Zeit weiter zugespitzt.
Emanzipatorische (Arbeits-)Politik muss das in den Blick nehmen und traditionelle Bilder aufbrechen. Nicht zufällig sind es immer auch die Erwerbsarbeit von Frauen und egalitärere Geschlechter- und Familienbeziehungen, die zur Zielscheibe rechter Politik werden.
Das Seminar analysiert Entwicklungen von Kapitalismus, Arbeit und Geschlechterordnungen, wie sie sich wechselseitig beeinflussen, aber auch welche Gegenbewegungen zur Gleichberechtigung der Geschlechter sich in den letzten beiden Jahrzehnten formierten.
Seminarzeiten: Samstag, 19.06.2021, 10:30 - 17:00 Uhr
Seminarort: Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg
Teilnahmebeitrag: 10 Euro (inkl. Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail (Anmeldeschluss: Freitag, 11.06.2021)
In froher Erwartung: Das Münchenprogramm von Juli bis Dezember 2021
Auch dieses Mal haben wir ein abwechslungsreiches Angebot an Stadtteilrundgängen, Betriebsbesichtigungen, Vorträgen, Seminaren und Workshops für Sie zusammengestellt. Von „Es stand ein Mann am Siegestor ... Der Dichter und Anarchist Erich Mühsam“ über „Ernst Bloch – vom Vor-Schein eines besseren Lebens im Hier und Jetzt“ bis „Mein Online-Auftritt“ oder „Naturnahes Wohnen in Zeiten des Klimawandels“ können Sie sich auf eine erfrischende Spurensuche durch Geschichte, Gesellschaft und Kultur begeben.
Die PDF-Datei des Programms können Sie hier herunterladen. Am schnellsten geht die Anmeldung über die Kurssuche auf unserer Webseite. Natürlich können Sie uns auch gern eine E-Mail schreiben. Das Programmheft können Sie ebenfalls per Mail bei uns bestellen, oder Sie holen es sich in der Stadtinformation im Rathaus oder in ausgewählten Stadtteilbibliotheken ab.
Corona-Krise im Betrieb - Empirische Erfahrungen aus Industrie und Dienstleistungen
Seit Beginn der Pandemie stehen die Einschränkungen des privaten und gesellschaftlichen Lebens im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Andere Orte kollektiven Lebens, darunter große Bereiche der Arbeitswelt, sind dagegen bis heute eine Terra incognita. Allenfalls in spektakulären Fällen wie in der Fleischindustrie konnten gesundheitsgefährdende und inhumane Arbeitsverhältnisse nicht mehr ignoriert werden.
Um zu erfahren, wie die Pandemie in den arbeitsweltlichen Bezügen erlebt wird, haben die Autoren der kürzlich veröffentlichten Studie "Corona-Krise im Betrieb" mit Betriebs-, Personalrät*innen und Gewerkschaftssekretär*innen ausführliche Interviews zu folgenden Fragen geführt: Beschäftigungssicherung: mit welchen sozialen Bruchkanten? Gesundheitsschutz: mit welcher Reichweite? Stecken im Applaus für die «Held*innen der Arbeit» neue Ansätze der Aufwertung von Arbeit, gerade auch in den prekären Bereichen? Homeoffice: Veränderungen in der Arbeitsorganisation von Dauer? Wie wurde in den Betrieben die «Stunde der Exekutive» erlebt: autoritär, kooperativ, konfliktuell? Die Auswertung der Befragung erlaubt Einblicke in ein noch längst nicht abgeschlossenes Prozessgeschehen, die mehr als temporäre Bedeutung haben.
Prof. Dr. Dieter Sauer ist Sozialforscher am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München. Die Studie ist im VSA-Verlag erschienen und kann online über die Seite der Rosa Luxemburg Stiftung aufgerufen werden.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per Mail erforderlich.
24.06: Digitaler-Zukunftskongress 21 des DGB Bayern
Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen des alltäglichen Lebens voran und auch in der Arbeitswelt beschleunigt sich ihr Einzug mehr und mehr. Gleichzeitig stehen große Industriebereiche aufgrund der globalen Klimaerwärmung und der damit zusammenhängenden Umstellung ihrer Produkte und ihrer Produktionstechniken vor riesigen Herausforderungen. Eines ist schon heute klar: Die Arbeitswelt wandelt sich rasant und damit auch das in ihr benötigte Wissen.
Digitalisierung, technischer Fortschritt und Transformation gehen in allen Bereichen Hand in Hand. Die technischen Veränderungen haben zugleich weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf die Produkte und Dienstleistungen unserer Betriebe, sondern vor allem auch auf die Art wie wir (zusammenarbeiten) und wie „unsere Betriebe und Organisationen ticken“. Dieser technische Fortschritt mag der Treiber der Veränderung sein, aber es liegt an uns, diesen so zu gestalten, dass er für uns als Beschäftigte und Gewerkschafter auch ein sozialer Fortschritt ist und bleibt.
Für Beschäftigte und Betriebsräte ist hierbei entscheidend, in welchem Ausmaß sich Tätigkeiten und Arbeitsfelder durch den Einsatz digitaler Technologien verschieben und ob durch die Automatisierung von Tätigkeiten Beschäftigungsverluste drohen. Die Umsetzung der Digitalisierung ist in einer Vielzahl von Unternehmen jedoch noch immer unübersichtlich. Grund genug, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.
Dazu soll dieser Zukunftskongress ein erster Aufschlag sein.
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